Warum der Sprecher
der Münchner Polizei die Anerkennung
für seine Medienarbeit verdient

Tipps für den souveränen
Auftritt im TV-Interview
16. August 2016

Das Lob für den Pressesprecher der Münchner Polizei war nicht zu überhören. Noch eine Woche nach dem Amoklauf am Münchner Einkaufszentrum OEZ ebbt die öffentliche Anerkennung für Marcus da Gloria Martins nicht ab. Im WDR 2-Interview steht er Rede und Antwort, bescheiden, sachlich und zurückhaltend. Da Gloria Martins stimmt dem Radiomoderator zu, als der sagt, was alle denken: Einen solchen Anlass soll es nie wieder geben.

Die professionelle Arbeit des Münchner Pressesprechers ist deshalb bemerkenswert, weil sie in einem extrem herausfordernden Umfeld geleistet wurde, das an Unübersichtlichkeit und Dramatik kaum zu überbieten war. Über die Ruhe, mit der Marcus Da Gloria Martins seine Arbeit gemacht hat, sagt er im WDR 2-Interview:

 

„(…) wenn sie Menschen sehen, die Deckung suchend durch eine Fußgängerzone laufen, spätestens dann erkennen Sie und dann müssen Sie kein Krisenfachmann für sein, dass wir gerade ein richtig großes Problem in der Stadt haben. Und wenn Sie dann in einem zweiten Aufschlag erkennen, ok und die Menschen, die darüber berichten sollen, die Menschen, die die Möglichkeit haben, hier so ein bisschen den Druck rauszunehmen, können sich dem selber nicht entziehen, dann müssen sie die Rolle annehmen (…)“

 

Informationen vermitteln und wichtige Botschaften senden

Wenige Stunden nach Bekanntwerden des Vorfalls am Münchner OEZ gibt der Pressesprecher vor Ort ein Statement ab und stellt sich den Fragen der versammelten Pressevertreter.
Zu Beginn erklärt Marcus da Gloria Martins den aktuellen Kenntnisstand. Gleich hier wird deutlich, dass er nicht nur bloße Informationen weitergibt, sondern erklärt, einordnet und vor allem sofort eine wichtige Botschaft formuliert: Befürchtungen über weitere Schauplätze in der Stadt hätten sich bislang nicht bestätigt, Hinweisen gingen die Einsatzkräfte mit „großem Engagement und großem Kräfteeinsatz nach…“. So simpel und selbstverständlich diese Aussage ist, sie ist beruhigend und steht dem Gefühl von Hilflosigkeit und der Verbreitung von unbestätigten Gerüchten in den Sozialen Medien entgegen.

Grenzen nicht überschreiten

Bei allen Fragen, die in großer Zahl und zum Teil wiederholt gestellt werden, signalisiert der Pressesprecher immer wieder seine Offenheit und seinen Willen zur Information, ohne jedoch klare Grenzen aufzugeben. Gefragt nach der Identität der Opfer sagt Marcus Da Gloria Martins an die Pressevertreter gerichtet:

 

„Das ist alles noch recht früh, jetzt ist allererste Priorität natürlich die Tatortaufnahme, dann geht der nächste Schritt natürlich dahingehend, dass man die Personen erst mal vernünftig identifizieren muss, Angehörigenverständigung und ganz zum Schluss kommen Sie dran.“

 

Malte Schindler
Malte Schindler
Malte Schindler ist Experte für Videos im Bereich PR & Marketing. Mit seinem Team der Kölner Filmproduktion Picstra Media kümmert er sich um Kommunikation mit Bewegtbild. Außerdem ist der erfahrene Fernsehjournalist, Filmemacher und PR-Berater als Medientrainer tätig.

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